Workshops am Vormittag

Workshop 1 – Vormittag

Elena Seipel, Beauftragte für Mädchen*arbeit Mannheim, Netzwerk Mädchenarbeit
Antifeminismus in Sozialen Medien: Mädchen* stärken gegen Tradwife & Co
Antifeministische Influencer*innen nutzen Plattformen wie TikTok und Instagram gezielt, um ihre Weltanschauung zu verbreiten. Sie inszenieren ihr scheinbar „privates“ Leben, um politische Botschaften zu vermitteln und ihr Publikum schrittweise an antifeministische Inhalte heranzuführen. Dabei vernetzen sie sich mit gleichgesinnten Gruppen und setzen verschiedene Strategien ein, um insbesondere junge Menschen gezielt anzusprechen.

Die starke Präsenz von „Tradwifes“ in sozialen Medien verstärkt diese problematischen Botschaften die sich vor allem an weibliche Nutzerinnen richten. Durch idealisierte Darstellungen von Weiblichkeit und Familie werden traditionelle Rollenbilder attraktiv inszeniert und als erstrebenswert dargestellt. Besonders für Mädchen* in der Identitätsfindung kann das verunsichernd wirken und zu rückschrittlichen Vorstellungen von Selbstwert und Lebenszielen führen. Für die Mädchen*arbeit ergibt sich daraus die Aufgabe, Mädchen* in ihrer Medienkompetenz zu stärken und sie zu ermutigen, vielfältige und selbstbestimmte Lebensentwürfe zu entwickeln.

Im Rahmen unseres Workshops möchten wir uns mit aktuellen antifeministischen Strömungen auseinandersetzen und gemeinsam Ansätze für unsere pädagogische Arbeit vor allem mit Blick auf Mädchen* entwickeln.

Elena Seipel ist Sozialarbeiterin und arbeitet als Koordinierungsstelle Mädchen*arbeit beim Jugendamt der Stadt Mannheim. In dieser Funktion ist sie Interessenvertreterin für Mädchen*, organisiert Fortbildungen und Aktionen für Fachkräfte und Mädchen* und fungiert als Anlaufstelle der Mannheimer Mädchen*arbeit.

Mariella Klein ist Sozialarbeiterin im Jugendgarten Neuhermsheim und stellvertretende Sprecherin des Netzwerks Mädchen*arbeit Mannheim (NEM*A).

Workshop 2 – Vormittag

Julia Bleher, Mädchen- u. Frauennotruf Mannheim
Cybergrooming, Sextortion und Manipulation – spezifische Vulnerabilität von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Belastungen
Anhand von aktuellen Fallbeispielen wird für die spezifischen Risikofaktoren sensibilisiert, die Kinder und Jugendliche mit psychischen Belastungen aufweisen und im Workshop erarbeitet, welche präventiven Maßnahmen hilfreich sein könnten.

Julia Bleher ist als Psychologin seit 11 Jahren in der ‚Psychologischen Beratungsstelle – Notruf und Beratung für sexuell misshandelte Frauen und Mädchen‘ in Mannheim tätig und unterstützt Menschen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Zudem sind Fachberatung und Fortbildungen zu Kinderschutz- Themen und Psychotraumatologie weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit. Als Systemische Therapeutin und Supervisorin vertritt sie eine kontextuelle Sichtweise und ist in verschiedenen Verfahren der Traumatherapie ausgebildet.

Workshop 3 – Vormittag

Ann-Kathrin Truber und Charlotte Zimmer, Caritasverband Mannheim
Bildbearbeitung, Körperbild & Schönheitsideale
Digitale Bilderwelten prägen, wie wir uns selbst und andere sehen. Retusche, Filter und KI verändern die Realität und beeinflussen die Körperwahrnehmung. Trends wie „Leggin Legs“ oder „Skinnytok“ zeigen, wie stark Social Media Ideale verstärkt – und Selbstwert, Identität und Gesundheit unter Druck geraten.
Im Fokus: Bildbearbeitung – Körperbild – Schönheitsideale – Social-Media-Trends – Prävention – Medienkritik – Empowerment

Workshop 4 – Vormittag

Knut Krakow, Polizeipräsidium Mannheim Referat Prävention
Mediengefahren und Verhaltenstipps der Polizei
Die Polizei klärt über die Gefahren im Medienalltag auf und gibt wertvolle Tipps, wie man sich schützen kann. Insbesondere werden die „Verbotenen Inhalte“ im Netz bzw. in der Online-Kommunikation thematisiert. Aber auch weitere, aktuelle Phänomene werden aus polizeilicher Sicht beleuchtet. Dabei geht es zunächst um die Erklärung des Phänomens, die rechtliche Einordnung und darauffolgend um die Vermittlung von Verhaltenshinweisen.

Knut Krakow ist im Referat Prävention des Polizeipräsidiums Mannheim tätig und dort der thematische Ansprechpartner für die sog. „Mediengefahren“.

Workshop 5 – Vormittag

Linh Thai, Stadtmedienzentrum Mannheim
Die KI-Falle im Kinderzimmer: Warum Chatbots keine echten Freunde sind
Von Deepfakes bis zur emotionalen Manipulation: Dieser Workshop beleuchtet die unterschätzten psychologischen Gefahren, die von immer menschlicher wirkenden KI-Chatbots ausgehen. Erfahren Sie, wie Akteure im Umfeld der Kinder die Verbreitung von Falschinformationen entgegenwirken können. 

Workshop 6 – Vormittag

Lea Wazulin, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim (ZI)
Wie Smartphones unsere psychische Gesundheit beeinflussen: Zwischen Gewohnheit und Belastung?
Smartphones sind aus unserem Alltag kaum wegzudenken, doch ihre Nutzung kann auch belasten. Der Workshop beleuchtet aktuelle Zusammenhänge zwischen psychischer Gesundheit und problematischer Smartphone-Nutzung auf Basis der SanePhone-Studien, in denen objektive Nutzungsdaten und psychische Belastungsfaktoren von über 400 Teilnehmenden untersucht wurden. Durch einen kurzen Test und kleine Übungen wird erfahrbar, wie akkurat wir unsere eigene Nutzung einschätzen können und was das für unseren Alltag bedeuten kann.

Lea Wazulin ist Doktorandin in der Abteilung für abhängiges Verhalten und Suchtmedizin und erforscht unter anderem, wie sich problematische Smartphone Nutzung auf die Psychische Gesundheit auswirkt, und wie neuronale Stressverarbeitung den Alkoholkonsum beeinflussen kann.

Zu den Workshops am Nachmittag